Bremer Joint Venture Eurockot startet erfolgreich den europäischen Sentinel-
5p Satelliten auf der russischen Rockot Trägerrakete (19.10.2017)

 

(Credits: ESA)

Am vergangenen Freitag startete eine russische Trägerrakete des Typs Rockot vom
Kosmodrom Plesetsk und schoss den europäischen Erdbeobachtungssatelliten Sentinel-5p in
seine Umlaufbahn ein. Die Startdienstleistung wurde im Auftrag der Europäischen
Weltraumorganisation ESA vom deutsch-russischen Joint Venture Eurockot Launch Services
GmbH durchgeführt. Das Unternehmen mit Sitz in Bremen bietet Raketenstarts in erdnahe
Orbits auf einer konvertierten ballistischen Interkontinentalrakete aus ehemals sowjetischen
Beständen an und ist damit seit fast zwanzig Jahren erfolgreich an der Schnittstelle zwischen
russischer Raumfahrtindustrie und Satellitenbetreibern weltweit tätig.
„Wir sind sehr zufrieden mit dem reibungslosen Ablauf der Startkampagne in Russland in
deren Folge der Sentinel-5p Satellit äußerst präzise in seinem Orbit ausgesetzt wurde – zur
großen Freude aller Beteiligten“, kommentiert Dr. Matthias Mück, der für Eurockot die
Sentinel-5p Mission geleitet hat.
Aufgrund der militärischen Abstammung des Trägersystems finden die Startaktivitäten auf der
Rockot unter besonderen Bedingungen statt. Während Eurockots russischer Partner
Khrunichev Space Center den Bau und die Integration der verschiedenen
Raketenkomponenten vornimmt, führen die Weltraumstreitkräfte Russlands die
Startaktivitäten auf der nordrussischen Militärbasis Plesetsk, dem weltweit am häufigsten
frequentierten Weltraumbahnhof der Welt, durch.
„Die zentrale Rolle des Eurockot Missions-Managements ist es sicherzustellen, dass unsere
Kunden und russischen Partner technisch zusammenfinden und dass die formalen
Voraussetzungen für Satellitenstarts auf einer militärischen Raketenbasis erfüllt werden“,
erklärt Mück seine Aufgabe beim Bremer Satellitenstartdienstleisters. Yelena Brandt,
stellvertretende Projektleiterin für die jüngste Mission und führende Missions-Managerin der
vergangenen zwei Starts für die ESA, ergänzt: „Unser Team bei Eurockot verfügt über
relevante Kontakte in der russischen Raumfahrtindustrie und zu Raumfahrtagenturen, die es
uns in der Vergangenheit ermöglicht haben, in politisch turbulenten Zeiten Wege zu finden,
um unsere europäisch-russischen Programme erfolgreich durchzuführen.“