5. NORDDEUTSCHES LUFTFAHRTFORUM, Post Covid-19: Der Weg zum Greenflying

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28.08.2020 Branche diskutierte über das klimaneutrale Fliegen als Chance für regionale Unternehmen. 

Vorne: Prof. Rolf Henke (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Matthias Schüler (Aljo), Hans Georg Tschupke, (Die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa), Ulf Weber (Hamburg Aviation)
Hinten: Cord Schellenberg (Moderator), Dr. Jörn Burkert (AES), Felix Flöter (Lufthansa Technik), Jens Gralfs (Airbus)

Die Covid-19 Krise hat den Luftverkehr rund um den Globus zwischenzeitlich fast zum Erliegen gebracht und wird die Luftfahrtindustrie voraussichtlich noch einige Jahre beeinflussen. Kann das Ziel des klimaneutralen Fliegens (Greenflying) eine Möglichkeit nicht nur für norddeutsche Luftfahrtunternehmen sein, um zukunftsfähig aus der aktuellen Krise zu kommen? Wenn ja, nutzen Bund und Länder die richtigen Werkzeuge, um klein- und mittelständische Unternehmen auf dem Weg zum klimaneutralen Fliegen mitzunehmen? Diese und weitere Fragen zum ökoeffizienten Fliegen wurden auf dem 5. NORDDEUTSCHEN LUFTFAHRTFORUM am 27.08.2020 mit Vertretern aus Unternehmen und Wissenschaft diskutiert. „Die Luftfahrtindustrie ist wie kaum eine andere Branche geprägt von Forschung- und Entwicklung. Diese Innovationsfähigkeit muss sie jetzt beim Ziel des klimaneutralen Fliegens erneut unter Beweis stellen. Es ist jetzt an der Zeit die Entwicklung der benötigten Technologien von morgen anzustoßen und damit Impulse für die Sicherung von Beschäftigung an den Norddeutschen Luftfahrtstandorten zu setzen“, so Kristina Vogt, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa.

Greenflying beinhaltet wichtige Technologiefelder wie Leichtbau, Material- und Fertigungsprozesse: Weniger Gewicht bedeutet weniger Treibstoffverbrauch und somit weniger CO2-Ausstoß. Im Mittelpunkt der Forschung für das ökoeffiziente Fliegen stehen jedoch die Entwicklung neuer Antriebsformen: Elektro- oder Hybridantriebe für die Flugzeuge der Zukunft und alternative Kraftstoffe für die bereits fliegende Flotte. „Wasserstoff spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Und dabei kommt der norddeutschen Kooperation eine entscheidende Bedeutung zu, denn das Thema Wasserstoff bietet Chancen für die Unternehmen in der Luftfahrt, aber auch in anderen Branchen“, so Holger W. Oelze, Vorstandsvorsitzender des AVIASPACE Bremen. Beim ökoeffizienten Fliegen ist die ganze Supply Chain gefragt und das Flugzeug muss immer als Ganzes gesehen werden. Neben den Triebwerken sind auch die Flügel eine entscheidende Komponente für das ökoeffiziente Fliegen. Unter dem Begriff „Intelligente Flügel“ werden Hydraulik, Aerodynamik und Sensorik zukünftig enger miteinander verwachsen.

Die Panelteilnehmer der Podiumsdiskussion diskutierten auch die Chancen, die die aktuelle Situation für den Luftfahrtstandort Norddeutschland mit sich bringt. So sieht Prof. Rolf Henke, Vorstand DLR, das „Potenzial für einen großen technologischen Schritt in die Zukunft, hin zu einer Zero Emission Aviation.“ Die Sicherung der Vorreiterrolle deutscher Unternehmen und Forschungseinrichtungen sei bei der Entwicklung und Produktion des Flugzeugs der Zukunft von zentraler Bedeutung. Dr. Jörn Burkert, Geschäftsführer Aircraft Elektronik Systems GmbH, unterstrich in dem Zusammenhang die Bedeutung der vielen klein- und mittelständischen Zulieferbetriebe. „Die KMU stehen maßgeblich für das Innovationspotenzial der Branche und werden auf dem Weg zum Greenflying eine wichtige Rolle einnehmen.“ Schlussendlich war man sich einig, dass das Know-how zum ökoeffizienten Fliegen und die dafür notwendige Innovationskraft in den Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Region fest verwurzelt sind. Gebündelte Kompetenzen und Kollaboration sei der Schlüssel für ökoeffiziente Innovationen, unterstrich auch Ulf Weber, Geschäftsführer des Luftfahrtclusters Hamburg Aviation: „Durch den Einsatz neuer Technologien und unserem Know-how kann der Luftfahrtstandort Norddeutschland Wegweiser für Greenflying sein. Hamburg leistet mit der Beteiligung am Forschungsprogramm „Clean Aviation“ bereits einen Ansatz für eine nachhaltigere Gestaltung der Luftfahrt. Durch Themenfelder wie „Brennstoffzellen im Flugzeug“ oder die „Wasserstoffwertschöpfungskette“, bis hin zum Betankungsprozess am Flugzeug wird die Kompetenz des Standorts deutlich. Technologiebasierte Innovation für mehr Klimaschutz – mit diesem Credo kann sich Norddeutschland bestmöglich für die Luftfahrtindustrie der Zukunft einbringen, wenn wir als Regionen eng zusammenarbeiten.“

Organisiert wurde das Forum vom AVIASPACE Bremen e.V., dem Bremer Luft- und Raumfahrtnetzwerk gemeinsam mit den Luftfahrtclustern der norddeutschen Bundesländer Hamburg Aviation, Niedersachsen Aviation und Hanse Aerospace, dem Land Schleswig-Holstein, sowie Composites United. Die digitale Veranstaltung war dieses Mal für Teilnehmende kostenfrei, dank der freundlichen Unterstützung der Senatorin für Arbeit, Wirtschaft und Europa.

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