LUFT- UND RAUMFAHRTSTANDORT MIT ZUKUNFT

Im Land Bremen treiben mehr als 140 Unternehmen und 20 wissenschaftliche Institute die Luft- und Raumfahrtindustrie an. Mit rund 12.000 Beschäftigten erwirtschaftet die Branche über vier Milliarden Euro pro Jahr. Maßgeblich beteiligt an diesem Erfolg sind führende Unternehmen wie die Airbus Group, ArianeGroup, Rheinmetall Electronics, OHB und deren Zuliefererbetriebe. Der Erfolg der Unternehmen basiert auf der hervorragenden Qualifikation ihrer Beschäftigten. Damit dies so bleibt und noch besser wird, investiert Bremen massiv in Entwicklungen der Zukunft: Interdisziplinäre und intersektorale Forschung und Entwicklung stärken den Standort und lassen Synergien mit anderen starken Branchen im Land Bremen entstehen. So entstehen beispielsweise auf den Gebieten Materialforschung, Digitalisierung und Robotik Innovationen und nachhaltige Zukunftsanwendungen.

Durch die COVID-19 Pandemie ist die Luft- und Raumfahrtindustrie in erhebliche Schwierigkeiten geraten. Physische Treffen galten bislang als essenziel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die nun bereits länger anhaltenden Einschränkungen führen den Unternehmen deutlich vor Augen, dass die zukünftige Zusammenarbeit häufiger virtuell stattfinden muss. Zugleich ergeben sich durch die virtuelle Zusammenarbeit erhebliche Chancen für die Einführung datengetriebener Innovationen auch aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz. Zur Unterstützung der Unternehmen und Institute, insbesondere auch mit den Initiativen Virtual Product House und Digital Clean Room, haben die Bremer Luft- und Raumfahrtakteure das GAIA-X-Bedarfsbeispiel Digital Aeronautics and Space Collaboration Labs (DASCLab) in der Domäne „Industrie 4.0/KMU“ angemeldet.

LUFTFAHRT

Bremen ist mit rund 4.500 Beschäftigten der zweitgrößte Airbus-Standort in Deutschland und zuständig für die Hochauftriebssysteme aller Airbus-Flugzeugprogramme. Mit Konstruktion, Fertigung, Integration und Erprobung ist die gesamte Prozesskette vor Ort angesiedelt. Dies beinhaltet das Projektbüro, das Technik- und Systemengineering sowie Flugphysik, Strukturentwicklung und -montage, Verifizierungstests, Flügelausrüstung und -auslieferung.
Für das Transportflugzeug A400M entwickelt und fertigt Bremen die integrierte Rumpfsektion inklusive des Frachtladesystems. Vor Ort werden im Bereich der Werkstoff- und Verfahrensentwicklung neue Technologien erforscht und am Standort bis zur Serienreife gebracht. Airbus setzt dabei auf die Bremer Luftfahrtkompetenz, deren Anfänge bis in das Jahr 1910 zurückreichen.

RAUMFAHRT

Die Raumfahrt-Kompetenz des Landes Bremen ist vielfach im Weltraum zu finden. Seit über 50 Jahren werden hier Satelliten und Trägerraketen für die Raumfahrt entwickelt und produziert. Mit Stolz blickt der Standort auf seine Errungenschaften: Im Airbus-Werk ist seinerzeit das Wissenschaftslabor Columbus und der Raumtransporter ATV entstanden, mit denen sich Europa an der Internationalen Raumstation ISS beteiligt hat. Auch das Antriebsmodul des neuen NASA-Raumschiffs Orion stammt aus Bremer Werkshallen. Ebenso starteten Ariane 1, 2 und 3 seit jeher mit Bremer Bauteilen: Die ArianeGroup baut die Oberstufen der Trägerrakete seit 1979 vor Ort und kann auf über 240 Starts zurückblicken. Weltweites Ansehen genießt außerdem die börsennotierte OHB unter anderem mit ihrem Unternehmensbereich Space Systems.

WIRTSCHAFT TRIFFT WISSENSCHAFT

Am Luft- und Raumfahrtstandort des Landes Bremen finden Wirtschaft und Wissenschaft in einer einmaligen Forschungsinfrastruktur zueinander. Die Spitzenforschung in Bremen und Bremerhaven treibt die Entwicklung bei den Werkstoffwissenschaften, den Fertigungstechnologien, der Raumfahrtsystemtechnik, der Raumfahrtsystemforschung und den Raumfahrtanwendungen sowie bei der Erdfernerkundung, der Bionik und der Robotik nachhaltig voran, sodass die Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie von der Nähe zur Wissenschaft ausdrücklich profitieren.
Im Umfeld der Hochschulen und Universitäten mit ihren zahlreichen Instituten wie beispielsweise dem AWI, DFKI, DLR, Fraunhofer und dem Institut für Umweltphysik sind effektive Netzwerke zwischen Forschung und Praxis entstanden. Die ansässigen innovativen Unternehmen spiegeln die große Kompetenzbandbreite des Landes Bremen wider.

ClusterKarte