EU-Projekt mit Schubkraft für den New Space

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SpaceUp ist ein unterstützendes Projekt im aktuellen europäischen Rahmenprogramm für Forschung und Innovation („Horizont 2020“). Übergeordnetes Ziel ist die europaweite Weiterentwicklung einer dynamischen, international wettbewerbsfähigen Raumfahrtindustrie, welche das SpaceUp-Konsortium durch die Förderung von Start-ups unterstützt. Wie genau das mit Hilfe von sechs zweitägigen Events, den sogenannten „Space Academies“, gelingen kann, erklärt Dr. Johanna Wesnigk, SpaceUp-Koordinatorin beim AVIASPACE BREMEN e. V.

 

Dr. Johanna Wesnigk (links), SpaceUp-Koordinatorin beim AVIASPACE BREMEN e. V., Quelle: AVIASPACE BREMEN e.V.

 

Wofür steht „SpaceUp“ genau und was verbirgt sich dahinter?

 Dr. Johanna Wesnigk: „Bei SpaceUp geht es zunächst einmal um eine Art Weckruf. Das Potenzial vieler begeisterter junger Menschen für Innovationen in der Raumfahrtbranche ist in Europa definitiv vorhanden. An was es jedoch fehlt, sind oft die entsprechenden Kontakte oder schlicht Geld, um das eigene Start-up zum Abheben zu bringen. Und genau dabei wird unser Projekt mit seinen Space Academies helfen. Bis Mai 2021 veranstalten wir sechs zweitägige Events an verschiedenen Orten Europas. Dort bringen wir Raumfahrt-Start-ups mit potenziellen Partnern, Kunden sowie möglichen Kapitalgebern zusammen, unterstützen mit gezielten Workshops und individuellem Coaching. Start ist in Helsinki im Juni 2019, danach geht es im November nach Bremen. Weitere Space Academies sind in Belgien, Italien, Spanien und Polen geplant.“

 

Wendet sich das Programm an alle Start-ups der Raumfahrtbranche?

 „Ja und an noch mehr! Denn zunächst einmal geht es uns gar nicht ausschließlich um ausgewiesene Raumfahrt-Technologien. Auch Bewerbungen von Start-ups aus der maritimen Wirtschaft & Sicherheit, Logistik, Automotive oder Energie können profitieren, wenn sie z. B. Daten oder Technologien von Satelliten wie Galileo, Copernicus oder EGNOS verwenden. Doch Fakt ist auch: Die Teilnehmerzahl für unsere Workshops und Trainings ist auf maximal 60 Unternehmen beschränkt. Daher richten sich Inhalte und Themen gezielt an diejenigen Start-ups, die erste wichtige Schritte bereits erfolgreich gemeistert haben und bei Fragen zu Kreditwürdigkeit und HR-Strategie angekommen sind. Es braucht also mehr als eine gute Idee, um als Teilnehmer ausgewählt zu werden. Für die, die erst im Ideenstadium sind, gibt es das Schwesterprojekt Astropreneurs.
Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Auswahl der SpaceUp-Teilnehmer ist die Skalierbarkeit: Jedes geförderte Unternehmen muss mit seinen Services und/oder Produkten wachsen und Arbeitsplätze schaffen können.“

 

Wie genau funktioniert das Bewerbungsverfahren?

„Ein multidisziplinäres Komitee aus erfahrenen Personen, meist mit leitender Funktion bei uns oder bei einem unserer fünf Partner, nimmt anhand genau bestimmter Kriterien eine Bewertung der Start-ups vor. Auf Grundlage des einzureichenden Businessplans prüfen die Experten u. a. die Eignung des Teams, das Konzept, sein Marktpotenzial und seine Skalierbarkeit. Im Fokus stehen also Qualität und Exzellenz der geplanten Dienstleistung, des Produktes oder des technologischen Prozesses. Die Top 60 je Bewerbungsrunde laden wir zur Teilnahme an einer Akademie ein. Die Top 10 erhalten für sie maßgeschneiderte Leitfäden zu den Themen ‚Business Modell Design‘ (Fraunhofer IPK), ‚Personalentwicklung‘ (GI Group), ‚geistige Eigentumsrechte‘ (Hypatia) sowie ‚Finanzierungen und Förderungen‘ (IBS). Während der Akademie profitieren sie überdies von sechs exklusiven Expertengesprächen und der Chance, vor bis zu 300 potenziellen Geschäftspartnern und Investoren zu pitchen, also ihre Geschäftsidee (mit Finanzbedarf) vorzustellen.“

 

Wer fungiert während der Akademien als Mentor, Coach & Co.?

„Für alle sechs Akademien stellen unsere Partner ihre Expertise zur Verfügung – von der Investorenansprache im ‚Ökosystem Raumfahrt‘ bis hin zu Spezifika von ESA-Ausschreibungen. Darüber hinaus lassen sie uns von ihrem Netzwerk vor Ort profitieren. Unsere Space Academies sind immer als Teil großer Events geplant. In Helsinki ist das der Jahreskongress des ‚European Business Angels Network‘, eine zweitägige Veranstaltung, an der mehr als 300 Unternehmer und Kapitalgeber aus der ganzen Welt teilnehmen. Die Bremer Space Academy im November 2019 findet im Rahmen der ‚Space Tech Expo‘ statt – eine großartige Gelegenheit zum Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen in der Raumfahrtbranche.“

 

Was also passiert ganz konkret während der zweitägigen Space Academies?

„Die Teilnehmer profitieren von spannenden Workshops und zwischen diesen von gezieltem Networking, Matchmaking und Roundtable-Meetings. Themen sind klassische sowie alternative Möglichkeiten der Finanzierung, wie beispielsweise das Crowdfunding, die Nutzung von KI, Robotik oder Satellitendaten für das eigene Unternehmen sowie für ganz neue Anwendungen. Weitere Schwerpunkte sind die zielführende Optimierung von Geschäftsmodellen, europäische Mittel zur Förderung von KMU (kleinen und mittelständischen Unternehmen) und mehr. Zusammengefasst geht es um den letzten notwendigen Impuls zum europaweiten Start erfolgversprechender junger Firmen, die unser Leben mit innovativen Ideen nachhaltig verbessern, die Wirtschaft stärken und Arbeitsplätze schaffen können.“

 

Newsletter & Bewerbungen: www.Space-Academy.eu

https://twitter.com/spaceupproject

https://www.linkedin.com/company/spaceupeu/

Konkrete Fragen an: info@SpaceUpEurope.eu

 

 

Hintergrund

Koordiniert durch den AVIASPACE BREMEN e. V. wurde das Projekt SpaceUp Europe am 14. Juni 2018 gestartet. Konsortialpartner sind neben dem European Business Angels Network (EBAN) und dem Fraunhofer IPK Forschungsinstitut in Berlin der KMU-Verband SME4Space (Belgien), Hypatia, IBS Consulting, Lazio Innova und TIP Ventures (alle aus Italien), die GI Group (Deutschland/Italien) und die internationale Organisation IASP mit Sitz in Spanien.

 

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