Raumfahrt-Nachwuchs aus Bremen – für Bremen

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8.4.2019: Ob Columbus-Labor, Ariane-Raketen oder Galileo-Satelliten – sie alle tragen das Label „Made in Bremen“. Und das kommt nicht von ungefähr: Rund 12.000 Menschen forschen, tüfteln und bauen hier tagtäglich an Produkten für Raumfahrt, Weltraumforschung & Co. Damit gehört Bremen zu den wichtigsten Raumfahrt-Standorten Europas.

 

© Michael Ihle/Universität Bremen
Leitsystem auf dem Campus

 

Raumfahrt-Pioniere von Morgen

Zur gezielten Förderung des Raumfahrt-Nachwuchses bietet Bremen bereits Oberschülern die Möglichkeit zur frühen Orientierung. Das Gymnasiale Oberstufenprofil Luft- und Raumfahrt, kurz GymProLuR, hat zum Ziel, Bremer Schülerinnen und Schüler nachhaltig für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Derzeit profitieren so rund 150 Schüler des Gymnasiums Vegesack und des Ökumenischen Gymnasiums Bremen pro Jahr von der Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremen – genauer: mit dem Institut für Aerospace-Technologie.

Danach gilt: Schulabgänger, die sich für Weltraum-Technologien interessiert, haben sowohl an der Universität Bremen als auch an der Hochschule Bremen gute Chancen. Zahlreiche Studiengänge, wie Luft- und Raumfahrttechnik (bisher nur HS), System Engineering, Space Engineering oder Space Sciences and Technologies – mit den Abschlüssen Bachelor, Master of Engineering oder Science – werden hier erfolgreich angeboten.

Neu ist: Der Bremer Raumfahrtpionier OHB bietet seit Herbst 2018 – in Kooperation mit der HS Bremen und der Europaschule am Schulzentrum Utbremen – das Duale Studium Fachinformatik-Anwendungsentwicklung an, das jeweils zum Wintersemester startet.
Einen sehr guten internationalen Ruf genießt auch das Institute of Aerospace Technology (IAT) – also das Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrttechnik an der Hochschule Bremen. Neben Luft- und Raumfahrttechnik wird dort zu den Themen Windenergietechnik sowie Kommunikations- und Informationstechnik geforscht. Stundeten der Jacobs University Bremen bietet sich unterdessen die Möglichkeit zu einer Bachelor- oder Masterarbeit im Bereich der Planetenwissenschaften.
Wer den Quereinstieg wagen möchte – oder nach einem Ausbildungsplatz sucht – der informiert sich am besten ganz gezielt auf den Webseiten der verschiedenen Unternehmen.

Bremer Raumfahrt-Unternehmen profitieren

Kurzum: Raumfahrt-Forschung wird in Bremen großgeschrieben! Bestes Beispiel dafür ist u. a. auch der 150 Meter hohe Fallturm der Universität Bremen. Die Mitarbeiter des ZARM-Instituts (Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation) führen dort Experimente unter Bedingungen der Schwerelosigkeit durch. Auch Bauteile für Raketen und Satelliten werden im „Droptower“ getestet.

Hilfestellung beim Nachvollziehen dieser – und vieler anderer – Forschungsergebnisse und Ingenieursleistungen, bietet Yuri’s Night Bremen e.V. – benannt nach Yuri Gagarin, der als erster Mensch überhaupt am 12. April 1961 ins Weltall flog. Seit 2010 organisiert der Verein spannende Aktionen, Vorträge, Filmnächte und mehr – rund um das Thema Raumfahrt – in Bremen.

Standort Bremen wird weiter ausgebaut

„The Sky is not the Limit!“ – denn laut Wissenschaftsplan der Universität Bremen soll ein weiteres Studienangebot im Bereich Raumfahrttechnik entstehen, das es bisher nur an der Hochschule gibt. Zusätzliche Chancen bieten sich durch die Eröffnung des Entwicklungszentrum EcoMaT in der Airport-Stadt (im Frühjahr 2019), das schon jetzt als Bremens „Leuchtturmprojekt“ in der Luft- und Raumfahrtbranche gilt. Der Begriff „EcoMaT“ steht für „Center for Eco-efficient Materials & Technologies“ und soll künftig verschiedenen Wissenschaftlern unter einem Dach ermöglichen, Labore und Materialien effizient zu nutzen, Ergebnisse zu diskutieren und Wissen auszutauschen.

Startup-Hochburg Bremen #SpaceUp

Wer selbst eine clevere Idee hat und sich zu den Space Startups zählt, dem bietet sich mit dem Projekt „SpaceUp Europe“ derzeit eine nahezu einmalige Chance. Das EU-finanzierte Programm unterstützt junge Unternehmen mit Fachwissen, maßgeschneiderten Coachings und Kontakten zur Raumfahrtbranche – im Rahmen von sechs zweitägigen Events, den sogenannten „Space Academies“. Ab Juni 2019 finden diese in wechselnden europäischen Ländern statt, eines davon auch in Bremen. Mehr dazu: https://www.spaceupeurope.eu 

 

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